Ein Gewichtskissen ganz nach meinen neurodivergenten Bedürfnissen
Die Geschichte unseres Gewichtskissens geht weit zurück. Ich war damals frisch mit Autismus und ADHS diagnostiziert und wusste, wie wichtig es ist, dass ich mir aktiv reizarme Pausen für meine Selbstregulation nehme. Aber mein Kopf kam einfach nie zur Ruhe…
Lange haben wir nach einem geeigneten Gewichtskissen gesucht, das mich genau darin unterstützt – und sind nicht fündig geworden.
Die Kissen waren mir alle viel zu leicht, von dem angeblichen Tiefendruck habe ich nichts gespürt. Die Stoffe waren für mich sensorisch teils unerträglich und die Füllung ist entweder verrutscht, oder hat Geräusche gemacht.
Wir hatten klare Vorstellungen von dem „perfekten“ Kissen. Auf dem Markt schien es das so allerdings nicht zu geben.
Von der heimischen Nähmaschine in die Produktion
Das allererste Gewichtskissen ist deshalb in unserem eigenen Team entstanden: Mit einer schon etwas betagten Nähmaschine, gefüllt mit Reis aus der heimischen Küche, umhüllt mit zwei verschiedenen hochwertigen Stoffen: Einmal glatt, einmal kuschelig, ganz nach meinen persönlichen taktilen Vorlieben.
Ich liebte es sofort! Es war einfach genau richtig.
Und wenn ich einmal etwas liebe, will ich es GENAUSO haben und lehne grundsätzlich alles andere ab. 🙂
Das Kissen, das wir auf den Markt bringen wollten, sollte also genauso sein: nachhaltig, mit hochwertigen und individuell variablen Stoffen.
Vor allem aber: mit genauso viel Liebe zum Detail und zu neurodivergenten Vorlieben handgefertigt.
In Kooperation mit einem kleinen Öko-Betrieb in Süddeutschland haben wir dieses Kissen mit all unseren Anforderungen dann entwickelt. Und ich lieb´s! 🙂
Wie ich unser NEURODINGE Gewichtskissen nutze
Ich benutze es quasi den ganzen Tag:
Tagsüber habe ich es beim Arbeiten am Schreibtisch auf dem Schoß liegen. Das hilft mir nicht nur beim Konzentrieren, es hindert mein ADHS auch daran, für plötzliche Bananenbrot-Back-Aktionen aufzustehen und Quatsch zu machen.
Trotzdem ist auch mein ADHS happy mit dem Kissen. Ich mag den sensorischen Input, den ich zusätzlich durch Rumspielen am Etikett oder Fühlen des Stoffes bekomme. Auch beim TV schauen brauche ich dann kein sinnfreies Rumgetippe auf dem Handy mehr als Parallelbeschäftigung.
Häufig habe ich das „klassische AuDHS-Problem“, dass ich völlig überreizt bin und dringend eine Pause bräuchte, aber einfach nicht in die Entspannung finde. Ich lege mir mein Kissen dann auf die Brust: dort beruhigt es mich besonders und ich spüre dann sehr gut und intensiv den Tiefendruck.
Warum ich mein Kissen so liebe
Ich liebe die zusätzliche Funktion, dass ich mir mein Kissen in der Mikrowelle ganz leicht und schnell warm machen kann. Gleichzeitig etwas Warmes und Schweres auf mir zu haben, hilft mir sogar in akuten Krisensituationen und Meltdowns.
Es fühlt sich für mich an, wie eine feste und warme Umarmung in Situationen, in denen man eine echte Umarmung niemals ertragen würde. Aber eigentlich ganz viel Wärme und Geborgenheit braucht.
Und ich hoffe sehr, dass wir das mit unserem liebevoll entwickelten Kissen an euch weitergeben können.



